Home
Forum!
News / Aktuell
Termine
Wir über uns
Nordwilder on Tour 1 / Videos
Nordwilder on Tour 2 / Videos
Ehrenmitglieder
Werkstatt 2008
Werkstatt 2007
Werkstatt 2006
Stammtische
Wildstar XV 1600
Cruiser Modelle
XV 1900 Roadliner 2006
Eure Meinung!
Info´s
Bilder / Andere Wilder
Custom Bikes / Hard Attack
Studien und Prototypen
Portraits
Tech. Tips
Tech. Tips / Alu Pulley
Tech. Tips / Anlasser
Tech. Tips / Anlasserwechsel
Tech. Tips / Breitreifen
Tech. Tips / Fahrwerksumbau
Tech. Tips / Felge 5.5 x 15"
Tech Tips / Gabelbrücke Hülsen
Tech. Tips / Gabelfedern
Tech Tips / Gabelöl wechseln
Tech. Tips / Gabelrohr zerlegen
Tech. Tips / Gewinde Kaputt
Tech. Tips / Hydro´s / Luft
Tech. Tips / Kupplung
Tech. Tips / Lenkkopflager
Tech. Tips / Lichtmaschine lose
Tech. Tips / Lichtmasch. wickeln
Tech. Tips / Motor Bilder
Tech. Tips / NOS Einspritzung
Tech. Tips / Nummernschildplatte
Tech. Tips / Radabdeckung
Tech Tips / Reifen
Tech. Tips / Riemenwechsel
Tech. Tips / Satteltaschen
Tech. Tips / Sitzumbau
Tech. Tips / Stössel / Luft
Tech. Tips / Tankentlüftung
Tech. Tips / Tank / Wasser
Tech. Tips / TÜV
Tech. Tips / Vergaser / Einstell.
Tech. Tips / Verschleiß
Tech. Tips / Vorverlegte
Tech. Tips / Wartung
Tech. Tips / Weitere
Tech. Tips / Zündkerze
Tech. Tips / Zündspule
Tech. Tips / Wir testen für Euch
Diesel Technik allg.
Die Auspuffanlagen
Bilder / Berichte
Custombike 2007
Dänemark 2007
Wildstar Treffen Loreley 2007
Nordnordwilder Treffen 2006
Edersee Tour 2006
Custombike Messe 2006
Bastelecke
Geschichten
Bikes and Babes
Links
Wichtige Adressen
Kuriositäten
Gästebuch High Speed
Gästebuch Low PC
Impressum
 


Rat: Diese Aktion ist äußerst kompliziert und man benötigt Fachwerkzeug, deswegen zum Nachahmen nur empfohlen, wenn man das nötige Fachwissen hat. Erst durchlesen und schauen ob man die einzelnen Arbeitsschritte auch wirklich nachvollziehen kann, dann Teile, Werkstatthandbuch und Werkzeug besorgen.


Hallo Bastler,                                                                                  wenn auch Ihr bereits in langen Winterabenden alles Mögliche an Eurer WS zerlegt habt und nun nach neuen Betätigungsfeldern Ausschau haltet, habe ich hier vielleicht genau das richtige für Euch. Das Kontrollieren und - wer dann noch nicht genug hat - das Entlüften der Hydrostössel.

Die Vorgehensweise zum Ausbau der notwendigen Teile ist in der Yamaha Wartungsanleitung ab Seite 5 - 12 beschrieben, die es überall zum runterladen gibt. ( www.wild-star.de/handbuch.html    www.wildstar.org/handbuch/XV1600V.zip  www.pixelquarks.de/wildstar/pdf/XV1600V.zip ) Ich kann diese Schritte nicht alle beschreiben, daher beschränke ich mich hier auf das Wesentliche und das ist schon eine mittelschwere Doktorarbeit.

Ich setze voraus, daß der geneigte Leser grundlegende Kenntnisse der Mechanik an Motoren besitzt, ansonsten zieht Euch lieber den neuesten Playboy rein.

Was Du brauchst ist:

  • Den neuesten Playboy oder
  • Wartungsanleitung für Yamaha ( auszugsweise hier vorhanden )
  • einen trockenen, staubfreien, hellen geschlossenen Raum.
  • Kein Carport oder ähnliches.
  • eine Möglichkeit, Deine Mühle sicher aufzubocken.
  • normales, gut sortiertes Werkzeug, Knarrenkasten mit gäng. Größen.
  • Inbuseinsätze in den gängigen Größen.
  • Drehmomentschlüssel bis ca. 20 Nm.
  • eine Hebelpresse mit abgerundetem Messingstempel  D = 5 - 8 mm
  • ( nur erforderlich wenn die Hydrostößel zerlegt werden müßen )
  • Mindestens 3 Abende Zeit, um die Arbeiten in Ruhe durchzuführen.
  • Etwas Mut und Selbstvertrauen.

Obwohl ich nicht alle Dichtungen gewechselt habe, möchte ich Dir dringend raten, zumindest alle Flachdichtungen für den Zylinderkopfdeckel auszutauschen. Diese kosten für beide Zylinder ca. 150 Euro. Die Dichtungen solltest Du vorher besorgen, da diese in der Regel bestellt werden müssen. Es handelt sich hierbei je Zylinder um 3 Dichtungen, da die ganze Zylinderdeckelkonstruktion aus 3 Teilen besteht. ( wichtig, da nicht alle Händler dieses realisiert haben und Dich nur mit den beiden oberen Dichtungen nach Hause schicken wollen. )

Zylinder - köpfe u. Dichtungen

Ob Du vorher das Öl ablassen mußt, weiß ich gar nicht. Ich hatte es abgelassen da sowieso Ölwechsel fällig war. ( http://www.wildstar-fan.de/oeltip.html )

Wichtig: Alle Teile genau markieren, damit Sie wieder an Ihren Platz kommen.

Folgende Teile müssen auf jeden Fall abgebaut werden:

Linkes Trittbrett mit Schaltwippe, Tank, Benzinpumpe am Originalplatz, linke Motorseitenabdeckung.

Im Buch wird noch die Demontage weiterer Bauteile beschrieben, welche aber meiner Meinung nach nicht demontiert werden müssen. Wenn Du Lust hast, baue Sie ab, das erhöht die Spannung am Schluss.

Je Zylinder ( Du musst jeden Zylinder einzeln behandeln ) Zylinderdeckel und Zwischenstück abnehmen ( natürlich erst dann, wenn du den jeweiligen Kolben zum oberen Totpunkt ( OT ) gedreht hast s.u. )

Um herauszufinden wann der Kolben in OT steht, siehe Handbuch. Dazu musst Du mind. den linken Seitendeckel abbauen, unter dem sich zwei Kappen verbergen. Die große Öffnung ist zum Drehen der Kurbelwelle, die kleinere als Sichtöffnung für die Markierungen, welche Dir anzeigt, wann welcher Kolben in OT steht. Mit einer Taschenlampe ins kleine Loch schauen und die Kurbelwelle  mit der Knarre durch die große Öffnung betätigen ( Vorher mindestens eine Zündkerze je Zylinder rausdrehen ).

Deckel unter dem linken Seiten - deckel, mit den Öffnungen große Öffnung Kurbelwelle kleine Öffnung Kontroll - öffnung für Einstellung OT, UT etc.

Wenn die beschriebene Stellung erreicht ist, kontrollieren ob die Ventile des jeweiligen Zylinders geschlossen ( oben ) sind.

Kipphebel Ventile    Kolben

Bevor Du die Schrauben vom Kipphebelsockel löst, kannst Du schon mal kontrollieren, ob Deine Hydrostößel Luft haben. Versuche die Stößelstangen nach unten zu drücken. Wenn Dir dass auch nur einen Millimeter gelingt und die jeweilige Stößelstange, nachdem Du los lässt, wieder nach oben " federt ", dann hat dieser Hydro Luft und Du solltest Deine Mühle weiter zerlegen.

Der Kolben des Hydros darf sich mit kräftigen ( Hand - ) Druck nicht reindrücken lassen.

Wenn doch, dann kommt jetzt die sportliche bzw. finanzielle Entscheidung, ob Du neue Hydros einbauen willst, oder deine alten Hydros entlüften willst.

Kipphebel

Nockenwelle Stößelcover

Falls Du Dich für das selbstentlüften entscheidest, kommt jetzt der wesentliche Teil dieser Abhandlung, das


Im Handbuch ist dieser Vorgang auf Seite 5 - 22 meiner Meinung nach falsch bzw. unzureichend dargestellt. So wie dort beschrieben hat es bei mir nicht funktioniert und kann eigentlich auch gar nicht funktionieren.

Daher nachfolgend mein Lösungsansatz:

Baue den Hydrostössel auseinander:

Feder ( Stößelhalter ) oberhalb des Kolbens mit kleinem Schraubendreher heraushebeln.

Achtung, die Feder ( Stößelhalter ) springt leicht weg, daher äußerst Sorgfalt, am Besten das Ganze unter einer Abdeckung durchführen !!!

Auf dem Kolben ( unter der gerade entnommenen Feder ) sitzt ein lose aufliegender Teller und darunter eine Scheibe. Beides entnehmen und sicher lagern.

Dann den Kolben herausnehmen und das Ganze inspizieren - schließlich wollten wir doch schon immer mal sehen, wie ein Hydrostößel von innen aussieht.

An der Unterseite des Kolbens befindet sich verdeckt das Ventil, welches die Hochdruckkammer von der Vorratskammer trennt. Außerdem ist unter dem Kolben noch eine Spiralfeder angebracht, welche den Kolben nach oben drückt. Nachdem Du Dir das Ganze angesehen hast und mit Hilfe der Beschreibung der Yamaha Anleitung ( Seite 1 - 5 ) die Funktionsweise der Hydrostößel vielleicht verstanden hast, folgt nun meinem Vorschlag zum Entlüften bzw. Befüllen der Hydrostößel.

Spiralfeder in das Gehäuse, Kolben drauf ( Teller und Scheibe noch nicht einsetzen ), Kolben mit Motoröl befüllen.

Das Öl läuft jetzt nicht in die Hochdruckkammer, weil das unter dem Kolben befindliche Luftpolster das Ventil schließt. Mit einem sehr kleinen Schraubendreher o.ä. von oben ganz vorsichtig durch das Ölbad auf das Loch im Kolbenboden des Hydros ( Ventil ) drücken. Damit öffnest Du das Ventil. Das unter dem Kolben befindliche Luftpolster kann jetzt entweichen und das Öl von oben in die Hochdruckkammer einfließen. Der Kolben sackt augenblicklich merklich nach unten. 

Damit ist der Hydro entlüftet.

Die unter dem Kolben eingebaute Feder hält jetzt den Kolben in einer Position, in der die Kolbenoberkante mit der Gehäuseoberkante ungefähr abschließt.

Scheibe und Teller einlegen.

Jetzt mit Hilfe der Hebelpresse und mit stetigem Druck ( Hydro aufrecht stehend ) den Kolben in das Gehäuse drücken. Darauf achten, daß der Stempel der Hebelpresse den Teller des Hydros nicht beschädigt, daher Stempel aus Messing. Jetzt wird das überschüssige Öl aus der Hochdruckkammer langsam durch den Ringspalt zwischen Kolben und Gehäuse nach aussen gedrückt. Der Vorgang verläuft sehr sehr langsam ( Dauert mind. 5 Minuten pro Stößel !! )

Wenn der Kolben tief genug gedrückt wurde, um die Sicherungsfeder in die Nut einzusetzen, Sicherungsfeder einsetzen ( Hydro ist immer noch in der Hebelpresse unter Druck )

Für das Einsetzen der Feder ( Stößelhalter ) bei gleichzeitigem Druck auf die Hebelpresse empfiehlt sich die Hilfe einer zweiten Person, geht aber auch alleine.

Wenn Du die Feder eingesetzt hast, ist Dein Hydrostößel perfekt entlüftet.

Jetzt den Hydro am Stammplatz einführen.

untere Stößelführung

Nachdem Du diese Aktion an allen zu entlüftenden Hydros durchgeführt hast, erfolgt der Wiedereinbau aller Teile entsprechend der Wartungsanleitung.

Hinweise zum Zusammenbau:

  • Dichtflächen sehr gründlich reinigen. Da die Dichtungen preislich im oberen Yamaha Niveau angesiedelt sind, wäre es sehr schade, diese teuren Dichtungen durch unsaubere Dichtflächen zu ruinieren.
  • Kipphebel, Distanzstück und Zylinderdeckel in mehreren Schritten wie in der Wartungsanleitung beschrieben mit Drehmomentschlüssel festziehen. Wer hier an der Investition für den Drehmomentschlüssel spart, gibt später das doppelte Geld für vergeigte Dichtungen aus.

Anmerkungen zum Abschluß:

Bei mir waren 3 von 4 Hydro´s weich d. h. zu entlüften. Ich habe vorher, außer den allseits bekannten typischen mechanischen WS Geräuschen keine negativen Symptome festgestellt.

Nach der " Operation " waren die bekannten typischen mechanischen Geräusche für mich ( subjektiv ) nicht mehr wahrnehmbar.

Inzwischen habe ich ca. 1000 km unter verschärften Bedingungen absolviert, die Kiste läuft immer noch ruhig.

Ich gehe daher davon aus, daß ich das Wesentliche richtig gemacht habe und rate jedem WS - Fahrer, seine Hydros zumindest überprüfen zu lassen.

Vielleicht arbeiten die Hydros auch mit Luft zufriedenstellend, aber die reduzierten Geräusche nach der beschriebenen Aktion sind den Aufwand wert.

Wenn Ihr keine Schrauben und Bauteile übrig habt, die Mühle wieder läuft und sogar Eure Frau / Freundin / Freund nicht zwischenzeitlich ausgezogen sind, habt Ihr wieder was für das Leben gelernt und könnt Euch jetzt der Lektüre des neuesten Playboys widmen.

Gruß

Gunnar

Bei Fragen bitte an : Gunnar@wildstar-nord.de

 
  Top