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Wenn schon Harley, dann bitte schön " Richtig "! Auch wenn Madaus, 12 Jahre an seinem Bike gebaut hat, so hat er was einzigartiges geschaffen, wofür er unseren Respekt verdient. Wir verbeugen uns in Demut und sagen " Meister "!!!!!!

Entschuldigt die schlechten Bilder! Aber es gibt noch keine Bilder von diesem Bike im Internet und selbst die Internetseite www.twintrax.de befindet sich noch im Aufbau und ist nur mit Anmeldung zu besichtigen. Wir hoffen trotz alle dem, daß euch der Bericht interessiert.

Vorstellung Madaus Twintrax Power Plus



Ein Motorrad kann gar nicht genug Motor haben. Sagt Designer Christoph Madaus und blickt seine Schöpfung andächtig an. Man blickt ehrfürchtig mit. Weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Was der Mann in den letzten zwölf Jahren aufgebaut hat, verschlägt einem die Sprache. Zunächst diese geballte Technik. Zwei luftgekühlte 45-Grad-V2 in Reih und Glied – 2680 cm3 Hubraum, 2,06 Meter Radstand, 400 Kilogramm vollgetankt. Dann dieser extreme Aufwand im Detail. Eine mechanische Kreatur wie aus einem Science-Fiction-Thriller. Die sogar funktioniert, fährt. Wahrscheinlich jedoch eher auf Ausstellungen oder Shows ihre Bestimmung findet. Oder einfach in der Werkstatt ihres Schöpfers bleibt. Wer ist dieser Mann?
Christoph Madaus, 47, ist waschechter Kölner. Als Designer beschäftigt er sich hauptsächlich mit Innenarchitektur. Sein Stil ist reduzierend, beeindruckt durch Schlichtheit bei gleichzeitiger Eleganz. Und durch absolute Perfektion. Der Mann ist außerdem ein totaler Motorrad-Freak und Vielfahrer. Eines Abends steht er in seiner Werkstatt und hat die Idee, ein Motorrad von Grund auf selbst zu konstruieren. Das war im Februar 1995. Der studierte Maschinenbauer kauft zwei Harley-Motoren und legt los. »Hätte mir damals jemand gesagt, dass dieses Projekt zwölf Jahre dauern würde, ich hätte wahrscheinlich davon abgesehen«, sagt er heute. Arbeitsstunden hat er nie gezählt. Wenn der Designer allerdings davon spricht, welchen Aufwand die Realisierung bedeutete, bekommt man eine leichte Ahnung, dass hier jemand ein Lebenswerk quasi nebenbei geschaffen hat.
Daran gewöhnt, mit edelsten Materialien zu arbeiten und selbst unwichtigen Details durch höchste Präzision und ausgefeilte Bearbeitungstechnik eine Aura funktionaler Eleganz mit auf den Weg zu geben, beschreitet Madaus bei der Twintrax oft neue Wege. So sind die hydraulischen Kupplungs- und Bremsarmaturen in den Lenkerstummel integriert. Und natürlich aus dem Vollen gefräst. Aluminiumteile wurden in einem aufwendigen Verfahren Hardcoat-beschichtet. Aus welchem Winkel man die Twintrax auch betrachtet – man findet überall unorthodoxe Lösungen, die von ausgeprägter Liebe zum Detail zeugen. Allein um die Kotflügel anzufertigen, absolvierte Madaus beispielsweise einen Handwerkkurs im Bördeln, Sicken und Dengeln von Blech. Sämtliche Verkleidungsteile wie die Abdeckung des Transmissionsantriebs, des Tanks oder auch des Scheinwerfers formte der Designer vorab mit Clay, einer Modelliermasse, die an Knete erinnert. Fürs Schweißen des Rahmen aus Präzisionsstahl engagierte er einen zertifizierten Kernreaktorschweißer. Bauteile wie Schwinge, Räder oder auch das Innenleben der Schalldämpfer konstruierte der Maschinenbauer per Computer und ließ sie bei namhaften Unternehmen herstellen.
Viele Anfertigungen – so zum Beispiel das obskure Krümmergedärm aus 44er-Rohren – waren nicht geplant, sondern ergaben sich im Lauf der Konstruktionszeit. In zwölf langen Jahren. Im Mai 2007 drückt Christoph Madaus zum ersten Mal auf den Starterknopf. Vier Liter Öl kreiseln durch die Adern der Maschine. Frische ME 880 Marathon-Bereifung klebt auf den Fischer-Scheibenrädern. Die alten Reifen waren unbenutzt und knüppelhart, Verfallsdatum abgelaufen, hergestellt 1994. Zwei Gel-Batterien versorgen den Anlasser, drehen nur wenige Sekunden. Anschließend stieben die Vögel aus den Wipfeln des Kölner Stadtwalds. Der Sound aus den beiden Supertrapp EAR-Töpfen ist kernig, durch die eigenwillige Zündfolge der vier Zylinder einzigartig. Genau wie die extrem lang gestreckte Sitzposition, denn der Abstand zwischen Sattel und Lenkerstummel beträgt rund einen Meter. Oder die dragstermäßige Anordnung der Fußrasten. Oder das Gefühl, 45 Millimeter dicke Griffe zu umfassen.


»Eigentlich fehlt nur noch das Kennzeichen«, sinniert Christoph Madaus. Skeptisch wirft man dann einen Blick auf die Twintrax, deren Lenkeinschlag »wesentlich größer ist als bei einer Ducati«. Denkt jedoch im selben Moment: Ein Mann, der ein solches Werk geschaffen, diese unendlich lange Zeit investiert hat, der wird auch die letzte Hürde überspringen. Die TÜV-Hürde.

Aus dem Vollen gefräst: Spiegel a la Madaus!Der Scheinwerfer stammt allerdings von einer GSX-R 1000, der Halter ist natürlich Eigenbau!
Mein Motorrad hat es nicht nötig, über den Sound in Erscheinung zu treten. Schön und gut. Trotzdem klingt es ungemein kernig!Handbremszylinder
PrimärantriebKraftübertragung per aufwendig konstruierten Transmissionsantrieb: Ein Gates-Zahnriemen verbindet die Motoren, ein weiterer überträgt die Power an die Trockenkupplung. Der Sekundärantrieb erfolgt über eine = - Ring Kette.
Ein fast unbezahlbares Kleinod: Lenkerstummel, Bremsarmatur, Hydraulikzylinder und Gasgriff quasi aus einem Stück gefräst. Ein handwerkliches Meisterstück, das sich auch in so manch einer Wohnzimmervitrine gut machen würde.


Antrieb: zwei Harley-Davidson Evolution-Motoren mit je 1340 cm3, zirka 160 PS, zirka 200 Newtonmeter Drehmoment, 42er-Vergaser, Fünfgangge-triebe, Kevlar-Trockenkupplung mit sieben Lamel-len, Transmissionsantrieb über zwei Gates-Riemen, Breite: 50 mm und 85 mm, Endantrieb über 525er-O-Ring-Kette, Metall-Katalysator.

Fahrwerk: Einschleifen-Rohrrahmen aus Präzisionsstahl, 45er-White Power-Upside-down-Gabel, verstellbare Druck- und Zugstufe, Aluschwinge mit zwei White Power-Monofederbeinen, voll einstellbar, Fischer-Scheibenräder 3.50 x 18; 6.50 x 15, Reifengröße vorn 130/70-18, hinten 200/70-15, Zweischeibenbremsanlage vorn, Ø 320 mm, Einscheibenbremsanlage hinten, Ø 280 mm jeweils mit Billet-Sechskolben-Festsattel.
Maße und Gewichte: Radstand 2060 mm, Lenkkopfwinkel 63 Grad, Nachlauf 109,7 mm, Federweg v/h 120/70 mm, Sitzhöhe 780 mm, Gewicht voll-getankt: 400 Kilogramm, Gewichtsverteilung: v/h 51/49 %, Tankinhalt 14 Liter.

Bericht aus der Motorrad Nr. 16 / 07

 
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